Der Bundesteilhabepreis 2026 ist im Rahmen der diesjährigen Inklusionstage verliehen worden. Die Auszeichnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales würdigt Projekte, die jungen Menschen mit Behinderungen den Übergang von der Schule oder Ausbildung in den Arbeitsmarkt erleichtern. Insgesamt ist der Wettbewerb mit 17.500 Euro dotiert.
Nach Angaben des Ministeriums gingen 119 Bewerbungen aus ganz Deutschland ein. Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine unabhängige Fachjury mit Expertinnen und Experten aus Verbänden von Menschen mit Behinderungen sowie aus Ländern und Kommunen. Das Wettbewerbsthema lautete „Berufseinstieg inklusiv – Übergang von der beruflichen Bildung in den Arbeitsmarkt für junge Menschen mit Behinderungen“.
Den ersten Preis erhielt das Projekt „Rheinkompanie“ der Schauspielschule DER KELLER in Köln. Seit September 2024 ermöglicht das Angebot jungen Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen eine professionelle Schauspielausbildung gemeinsam mit Menschen ohne Behinderungen. Die Ausbildung bereitet gezielt auf Tätigkeiten im Theater-, Film- und Fernsehbereich vor und kombiniert inklusiven Unterricht mit individueller Förderung. Durch öffentliche Auftritte und praxisnahe Ausbildung sollen Selbstvertrauen, Eigenständigkeit und die beruflichen Perspektiven der Teilnehmenden gestärkt werden.
Mit dem zweiten Preis wurde das „inKlub Startup Mentoring Programm“ des Vereins inKlub e. V. ausgezeichnet. Das sechsmonatige Programm unterstützt junge Menschen mit Behinderungen dabei, eigene Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen. Barrierefreie Bewerbungs- und Mentoringstrukturen sowie eine individuelle Begleitung sollen den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern. Zum Abschluss präsentieren die Teilnehmenden ihre Projekte vor einer Fachjury und potenziellen Investorinnen und Investoren. Das Konzept soll langfristig zu mehr inklusivem Unternehmertum beitragen.
Der dritte Preis ging an das Projekt „Inklusion leben“ der eva Kinderbetreuung gGmbH. Es qualifiziert Menschen mit Behinderungen für eine Tätigkeit als Kita-Assistenz. Die dual angelegte Weiterbildung verbindet theoretischen Unterricht mit praktischen Einsätzen in Kindertageseinrichtungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der individuellen Begleitung der Teilnehmenden, um den Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu erleichtern. Nach Angaben des Ministeriums soll das Konzept auch auf weitere soziale und pädagogische Berufsfelder übertragbar sein.
Mit dem Bundesteilhabepreis möchte das Bundesministerium erfolgreiche Beispiele sichtbar machen, die zeigen, wie berufliche Teilhabe und Inklusion in der Praxis umgesetzt werden können. Gleichzeitig soll die Auszeichnung weitere Organisationen und Unternehmen dazu ermutigen, inklusive Ausbildungs- und Beschäftigungsangebote auszubauen und Menschen mit Behinderungen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen.
